Kurzgeschichten

Mit dem August kamen nicht nur der Regen und die ersten Spätsommeranzeichen, sondern es wurden auch zwei Kurzgeschichten veröffentlicht, die mir sehr am Herzen liegen.

Im Frühling bat das Künstler:innenkollektiv absolut.zine um unsere Zukunftsvisionen und wir haben geliefert. Zu lesen gibt es diese online und eine kleine Auswahl auch in gedruckter Form. „In naher Zukunft, sehr fern“ ist mein Beitrag und spielt mit einem Sci Fi-Zukunftskonzept. Schauen wir in die Zukunft oder treffen doch Parallelwelten aufeinander? Und was hat Hermann mit einem verschwundenen Onkel zu tun? Findet es heraus, wenn ihr mögt; den kompletten Text findet ihr unten.

Fast zur gleichen Zeit riefen die zwei Ladies von dem neu gegründeten Literaturmagazin Prosa:ist:innen dazu auf, alles auf Anfang zu stellen und dazu zu schreiben. Erschienen ist das erste Magazin am 31. Juli und kann hier erworben werden. Ich darf mit einer kurzen Geschichte über Jesus dabei sein und erörtere, warum er in meine Küche ascht. Wir freuen uns, wenn ihr Lust auf die gut 100 Seiten Anfänge habt. Viel Spaß damit!


In naher Zukunft, sehr fern

I.

Ich verstand die Welt nicht mehr. Hermann hingegen zeigte sich relativ unbeeindruckt. Die letzten Tage waren nicht normal gewesen. Aber was heißt das schon? Das Wort “normal” allein sieht langweilig bodenständig aus. Die Buchstaben ohne Öffnung nach oben, alles ist abgerundet, ohne Tiefgang. Wer will das schon?

Wir waren zehn Tage lang in die Marienstraße gegangen. Immer dann, wenn es dämmerte und die Fledermäuse bereits unterwegs waren. Nicht dass wir Fledermäuse gesehen hätten. Wir spürten sie. Sie waren auf der Suche nach Nahrung und zogen ihre Bahnen über uns. Mich zog es zu dem Ladengeschäft mit dem großen Schaufenster. Dahinter lag eine sorgfältig arrangierte Art Decó-Welt voller Vintage-Möbel. Es gab einen Frisiertisch inklusive überdimensionalem Spiegel, bei dem man an einen alten Hollywood-Schinken mit Greta Garbo denkt. Der Frisiertisch hatte es mir angetan und Hermann dachte ganz sicher, dass ich nicht mehr alle Latten am Zaun hatte. Davon bin ich überzeugt. Er kommentierte diesen Umstand aber nicht weiter,  was ich ihm hoch anrechnete. Der Frisiertisch bestand aus schwerem, glänzendem Holz mit einer tiefen Einlassung in der Mitte. Darüber ein Spiegel wie ein Gemälde von Hieronymus Bosch, denn er hatte einen Mittelteil und zwei Flügeln rechts und links. Der Spiegel war alt und auf der Oberfläche zeigten sich kleine, dunkle Flecken. Der linke Flügel war übersät davon – ein Sternenbild aus Oxidationspunkten. Sogar eine Milchstraße gab es, die sich wie ein dunkler Schweif von links nach rechts zog.

Als ich an einem Freitagabend das erste Mal vor dem Schaufenster stehen geblieben war, hatte ich gerade einen sehr langen Spaziergang hinter mir. Ich war von einem Ende der Stadt zum anderen gelaufen, weil ich meine eigenen vier Wände nicht mehr ertragen konnte. Seit Monaten saß die halbe Menschheit, zumindest die, die es sich leisten konnte, zuhause vor dem Computerbildschirm und arbeitete im Home Office. Ich gehörte dazu und war gerade dabei, meinen Verstand zu verlieren. Also musste ich mindestens einmal am Tag möglichst weit laufen, mit meinem Kopf um die Wette rennen.

An jenem ersten Abend war Hermann nicht dabei gewesen. Er hatte mich nur müde vom Sofa aus angeschaut und so war ich alleine los gegangen, ohne zu wissen wohin. Schließlich war ich in einem sonst eher belebten Viertel der Stadt gelandet, das jetzt aber wie ein vergessenes Dornröschen in tiefem Schlaf lag. Es war unheimlich. Ich mochte Touristen nicht, aber jetzt vermisste ich sie. Warum ich genau vor diesem Schaufenster stehen geblieben war, weiß ich nicht mehr. Ich guckte vor mich hin, ohne zu sehen, bis mein Blick an dem Frisiertisch mit Spiegel hängen blieb. Was für ein Monster, dachte ich und malte mir die Greta Garbos davor aus, als ich es plötzlich sah. 

Ein Schatten zog sich über den Spiegel, von der Milchstraße aus über den Mittelteil bis hin zum rechten Flügel. Ich drehte mich um und schaute hinter mich. Der Himmel und die Straße waren inzwischen dunkel und sehr still. Keine Fledermaus am Himmel, keine Straßenbeleuchtung mehr an. Als ich wieder durch das schwach beleuchtete Schaufenster in den Spiegel blickte, erkannte ich mich. Dort stand ich. Nicht wie ich war, sondern wie ein anderes, etwas älteres Ich, leicht im Profil zu sehen. Ich hatte Krähenfüße um die Augen und wirkte müde. Vorsichtig berührte ich die Schaufensterscheibe, doch die Andere rührte sich nicht. Sie kniff nur die Augen ein wenig zusammen. Mein Atem wurde flach. Aus meinen Eingeweiden schwappte Angstbrei nach oben. Ich wollte losbrüllen, die Angstwelle irgendwie raus schreien, loswerden. Der Schrei aber saß quer, versteckte sich irgendwo zwischen den Mandeln. Kein Laut kam aus mir heraus. Unbeweglich stand ich da, die Füße in den Asphalt geschmolzen, die Augen auf den Spiegel gerichtet. Die Andere schien etwas zu suchen. Etwas, das ich nicht sehen konnte. Dann tat sie, was auch ich häufig mache: 

Ich kaue auf meiner Unterlippe herum. Das soll ich nicht machen. Manchmal beiße ich mir dabei die Lippen blutig. Von hier aus kann man wirklich nicht gut die Flughafenhalle überblicken. Ich sehe nichts. Wollte er mich nicht abholen? Ist er das da? Da? Ja! Das ist er. Ich glaube, er hat mich gesehen.

“Johann”, murmelte ich leise, als ein Mann vor meinem anderen Ich auftauchte. Ich hatte Johann nie gesehen, kannte ihn aber aus Erzählungen und von vielen, zu vielen Fotos. Ich wusste, dass diese große Gestalt mit den kurzen, wild abstehenden Haaren und dem weichen Gesicht dort im Spiegel Johann war. Er lächelte, streckte seine Hand aus und nahm die Tasche. Die beiden wechselten ein paar Worte und drehten mir den Rücken zu, liefen aus diesem seltsamen Stummfilm links oben am Spiegel, dort wo die Milchstraße war, hinaus.

Dann spürte ich wieder die Fledermäuse, wie sie über mir herum flogen und nach Insekten suchten. Ich musste unbedingt nach Hause und mich mit Hermann besprechen.

II.

Von da an waren Hermann und ich jeden Abend in der Dämmerung zurück gekommen. Eine Thermoskanne für mich und eine Kuscheldecke für ihn dabei. Der struppige Terrier-Mix schien nicht halb so irritiert von den Vorkommnissen wie ich. Er setzte sich auf seine Decke, legte den Kopf schief und schaute mit mir aufmerksam durch das Schaufenster, in den Spiegel. Er akzeptierte, was er sah. Mich dagegen verwandelte das Gesehene in eine Mischung aus nervösem Serien-Junkie, die nicht genug bekommen konnte und Kleinkind, das Angst vor der Gruselgeschichte hatte, aber nicht genug davon bekommen konnte. Ich sprach mit niemandem darüber, außer mit Hermann. Mich beruhigte sein weiser Blick. Was wussten wir schon?

Obwohl der Serien-Junkie in mir es gern gesehen hätte, war der Einblick, den wir in die andere Welt bekamen kein filmischer, der anhielt und am nächsten Abend als Fortsetzung weiter lief. Dort ging das Leben genauso weiter wie hier und mir war klar, dass ich neunzig Prozent davon verpasste. Einmal war ich gleich morgens da gewesen. Der Spiegel aber hatte nur den grauen Himmel und mein angespanntes, erwartungsvolles Gesicht darin gezeigt. Erst abends wieder konnte ich sehen. Offensichtlich hatten sie dort nicht mit einer Pandemie zu kämpfen, die den gesamten Globus lahm legte. Alle liefen ohne Masken herum und das Fliegen war auch möglich. Ich war sehr neidisch. 

Johann hat bisher nicht viel erzählt. Aber das muss er vielleicht gar nicht. Er strahlt eine Ruhe aus, die ich bei noch keinem anderen Menschen erlebt habe. Vor Jahren hat er dieses kleine, verlassene Haus in der Nähe des Meeres gefunden und gekauft. Es gibt hier keine Heizung und das Wasser ist kalt, aber dafür gibt es einen Blick in die Dünen, den ich noch mit Eiszapfen an der Nase genießen würde. Im Garten ist seit mindestens einer Dekade kein Mensch mehr außer Johann gewesen, der dort an seinen Skulpturen arbeitet. Es gibt außerdem eine Hängematte, von der aus ich Johann bei seiner Arbeit beobachten kann. Der Meereswind zaubert manchmal Gänsehaut und das Gras steht so hoch, dass ich es von der Hängematte aus berühren kann.  Alles ist gut hier.

III.

Den Bruder meiner Mutter und meiner verrückten Tante Ida hatte niemand mehr gesehen, seit er vor dreißig Jahren verschwunden war. Ida hatte einen Schrein für Johann gebaut, der Jahr für Jahr größer zu werden schien. Darauf standen viele Fotos, die Johann zeigten, wie er an seinen Skulpturen arbeitete oder wie er Science Fiction-Romane las. Auf den Fotos war er dreißig Jahre jünger als im Spiegel. Aber es war das gleiche Gesicht und das gleiche Lächeln. Meine Mutter sagte immer, dass er der depressivste Mensch war, den sie kannte. Er aber wollte das nicht wahrhaben und alle um sich herum glücklich machen. Wenn Johann im Raum war, dann benahmen sich die Anwesenden so, als wäre er eine Art respektvoller Imperativ. Sei höflich, sei die bester Version deiner Selbst. Meine Mutter ging davon aus, dass Johann tot war. Dass er freiwillig von hier verschwunden war, um niemandem zur Last zu fallen. Seit dreißig Jahren zündete sie am Tag seines Verschwindens eine Kerze an und weinte ein bisschen. Meine Tante aber glaubte, dass ihr großer Bruder abgehauen war, um irgendwo ein Leben als verrückter Künstler zu führen. Sie feierte ihn bis heute.

Hier draußen hat Johann seine Ruhe. Er taucht ein und lebt wie ein Fisch, der im Winter am Seegrund Nahrung und Stille und Wärme findet. Ich habe das Gefühl, dass er sehr genau weiß, wo er überleben kann. Etwas beschäftigt ihn aber. Er hat begonnen immer mal wieder seine Arbeit zu unterbrechen und zum Haus zu schauen, als erwartet er jemanden. Ich frage nicht nach.

IV.

Und dann kam Johanns Freundin. Sie war etwas jünger als ich, also halb so alt wie mein Onkel. Sie trug weite T-Shirts und enge Jeans und sah darin unverschämt lasziv aus. Dazu lange Haare, meistens sorgfältig chaotisch drapiert, einen zu großen Mund und sehr wache Augen. Ich mochte sie nicht und mein anderes Ich scheinbar ebenso wenig. Ich weiß nicht, ob es nur etwas mit der offensichtlichen Konkurrenz zu tun hatte, die sie verkörperte. Mein Onkel war ein ruhiger Mann und er war ein Genussmensch, aber er war nach allen Erzählungen auch klug. Jemand, der andere sehr genau lesen konnte. Erkannte er nicht, wer sie war? 

Als Cheryl ankam, setzte sie alles daran, sehr melodramatisch zu sein und es gelang ihr kurz, bevor ihr Verhalten nur noch peinlich war. Als sie das erste Mal ins Haus kam, warf sie ihre Tasche in die Ecke und fiel Johann um den Hals, als wüsste sie nicht genau um die andere Person im Raum. Ich stand rum wie ein Elefant, sorgfältig ignoriert. Ich hörte sie alberne Kichergeräusche machen, während ich ihnen zuschaute. Johann stellte mich schließlich vor und sie schaute mich mit einem so albernen Wimpernaufschlag an, dass ich nur losbrusten konnte. “Sorry, hi!”, entschuldigte ich mich danach. Aber der Rahmen ist gesetzt und es ist klar, dass sie nach Regeln spielen will, die so alt sind wie die Menschheit. Es ist jetzt schon öde. 

Selbst Hermann grunzte bei dieser Szene sein kurzes aber tiefes Hermanngrunzen, dass er nur brachte, wenn etwas wirklich idiotisch war und ich stimmte zu. Die Freundin hatte Johann ganz gut im Griff. So gut man einen Fisch eben im Griff haben konnte. Johann mochte sie in seiner Nähe und ließ sie machen, während er weiter an seinen Skulpturen arbeitete. Mein anderes Ich schien sich dazu entschlossen zu haben, die Freundin so gut wie möglich zu ignorieren und verschwand regelmäßig mit einem Buch in der Hängematte. Die Freundin scharwenzelte mit einer Flasche Bier in der Hand um Johann herum bezirzte ihn. Sie wollte etwas. Doch was das war, wurde nicht klar. Hermann schien mir recht zu geben. Er beobachtet sie sehr genau, schnupperte sogar manchmal, die Hundenase hoch in die Luft gereckt. “Warten wir es ab, “ murmelte ich ihm zu. “Warten wir es ab.”

V.

Johann hatte kontinuierlich an seinen Skulpturen gearbeitet, als einige Tage nach ihrer Ankunft, die Freundin ihre Taktik änderte. Sie rückte mit der Sprache heraus und sie redete auf Johann ein. Ausgiebig und lang. Es war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, er wäre genervt von ihr. Immer wieder schüttelte er den Kopf, schloss kurz die Augen und widmete sich dann wieder konzentriert seiner Skulptur. 

Die beiden streiten.Cheryl dreht wieder ihre Runden um Johann, nennt ihn “Babe” , was einfach nur lächerlich ist, ihm aber nomalerweise zu gefallen scheint. Ich gebe vor zu lesen und kann nicht alles von der Hängematte aus hören. Aber immerhin verstehe ich genug, um mir ein grobes Bild zu machen. “Just one more time”, flötet Cheryl und kurz danach “Do it for me”. “It worked out just fine the last time” bringt Johann dann dazu ein sehr klares “I said ´no`, Cheryl, accept it!” zu zischen. Ich hätte innerlich natürlich am liebsten laut los gejubelt, als ich sehe, wie Cheryl nach einer Weile von dannen zieht und kurz danach die Haustür ins Schloss fällt. Ich beherrsche mich aber, denn ich kann sehen, wie sehr Johann mit sich kämpft. Er wirkt plötzlich sehr unglücklich und verletzlich. Also hieve ich mich aus der Hängematte und gehe in die Küche. Ich tue, was die meisten Frauen zu allen Zeiten machen, wenn Unheil heran zieht: Sie verschwinden in der Küche, um dann mit einem Tablett voll Kram wieder heraus zu kommen und die Gemüter, wenn nicht zu beruhigen, dann doch abzulenken. Ich wähle Chips, Oliven, Frischkäse und zwei Flaschen Bier und gehe damit zurück in den Garten. Johann lächelt dankbar.

Nach diesem Vorfall war Johanns Freundin nicht wieder aufgetaucht und ich hatte sie bald so gut wie vergessen. “An deinem Frauengeschmack müssen wir noch ein bisschen arbeiten,” sagte ich nur an jenem Tag halblaut, während ich an meiner Thermoskanne schraubte. Hermann grunzte zustimmend und wir packten unsere Sachen. Ich war mir sehr sicher, dass Johann über Cheryl hinweg kommen würde. Außerdem glaubte ich auch, dass unsere Schaufensterserie kein Ende nehmen würde. Dass sie mich durch diese endlosen Wochen und Monate des Stillstands begleiten würde und dass sie am Ende zumindest ein paar Dinge in meiner Familiengeschichte erklären könnte.

VI.

Der Tag, an dem wir das letzte Mal rüber schauen konnten, in eine nicht all zu ferne Zukunft, wie ich mir einreden wollte, war ein kalter Tag. 

Es ist bewölkt. Das erste Mal seit meiner Ankunft. Johann und ich bleiben im Haus. Ich verkrümle mich an das eine Ende des Sofas und Johann an das andere. Er blättert in einem seiner Science-Fiction-Romane.

“Das war heute im Briefkasten.” Er gibt mir ein zusammen gefaltetes Stück Papier, das er aus der Hosentasche zieht, auf dem stand “You should meet us tonight at 7pm.” Ich verstehe nicht ganz, denn es ist kein Ort angeben und es gibt auch keine Unterschrift. “Und wirst du gehen? Weißt du, wer das geschrieben hat?”

“Ja und ja.”

“Also ist es nicht gefährlich zu gehen?” 

Ich drehe das Papier um, kann aber keine weiteren Hinweise erkennen. Mir kommt das alles sehr dubios vor und Johanns Ruhe ärgert mich. “Wer will was von dir?”

“Das brauchst du nicht zu wissen. Ich werde vorher noch was erledigen müssen und nach dem Treffen zurück kommen. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen.”

Ich schaue Johann zweifelnd an. Hält er mich für blöd? Er redet wie in einem schlechten Tatort und jeder weiß, dass man sich auf keinen Fall trennen darf in brenzligen Situationen. Das geht immer schief.

“Wenn ich mir keine Sorgen machen soll, müsstest du mir ein bisschen mehr erzählen.”, werfe ich halbherzig ein, bemerke aber, dass es keinen Sinn hat. Johann schüttelte nur den Kopf und liest in seinem Buch weiter. Nicht viel später steht er auf, nimmt seine Lederjacke vom Stuhl und geht zur Tür. So einfach will ich nicht aufgeben. Also springe ich einem Impuls nachgebend auf und greife nach meiner Tasche. Johann aber schüttelt wieder nur den Kopf und schiebt mich von der Tür weg.  “Bis später!” sagt er und schaut mich warnend an. Dann verschwindet er.

Anschließend warteten wir. Hermann, ich und mein anderes Ich. Wir starrten gemeinsam eine sehr lange Zeit auf die Tür, die Johann hinter sich geschlossen hatte. Bis das Ich aufstand und förmlich zur Tür rannte. Hatte es geklingelt, geklopft? Sie öffnete die Tür und vor ihr standen zwei Polizisten, ernst schauend, Fragen stellend, mein anderes Ich mit sehr großen Augen antwortend. Ich hatte Angst, hier wie da, das war deutlich. Schließlich ging die Andere mit den Polizisten aus dem Haus, zog die Tür hinter sich zu und es wurde dunkel. Ich schimpfte und stampfte mit dem Fuß auf. Diese Cliffhanger machten mich wahnsinnig. Was sollte das? Ich hatte noch nicht verstanden, dass dieser hier das Ende sein sollte. Dass es keine weiteren Erklärungen geben würde.

Hermann blickte mich nur stumm an, gab mir Zeit. Schließlich packten wir unsere Sachen. Im Spiegel hatte ich keinen Hund gesehen. Jetzt war ich froh, neben ihm nach Hause zu gehen. Meiner Familie erzählte ich nichts von all dem.

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